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Wann sind Mieterhöhungen erlaubt? 

  • Der Mietvertrag muss mindestens 12 Monate bestanden haben.
  • Mieterhöhungen dürfen nur im Rahmen der ortsüblichen Vergleichsmiete erfolgen.
  • Kappungsgrenzen müssen beachtet werden (in der Regel maximal 20% Erhöhung innerhalb von drei Jahren).
  • Modernisierungsmaßnahmen
  • Indexmietverträge oder Staffelmietverträge.
 

Wie oft darf die Miete erhöht werden? 

Die Miete darf innerhalb von drei Jahren insgesamt um maximal 20 Prozent erhöht werden. Dies bezeichnet man als Kappungsgrenze. Nach Einzug des Mieters gilt eine Frist von 12 Monaten, bevor die erste Mieterhöhung zulässig ist.

Wie oft darf wegen Modernisierung die Miete erhöht werden?

Nach Modernisierungsmaßnahmen darf die Miete um maximal 8 Prozent der Modernisierungskosten jährlich erhöht werden, wobei innerhalb von sechs Jahren die Miete um höchstens drei Euro je Quadratmeter und Monat steigen darf.

Was ist besser: Indexmiete oder Staffelmiete?

Staffelmiete bietet für den Vermieter oft Vorteile gegenüber der Indexmiete, insbesondere in Bezug auf den Verwaltungsaufwand. In einem Staffelmietvertrag sind Zeitpunkte und Beträge der Mieterhöhungen vertraglich festgelegt, was eine Planungssicherheit für beide Parteien schafft. Bei der Indexmiete hingegen orientiert sich die Miethöhe an einem Verbraucherpreisindex, was regelmäßige Anpassungen und einen höheren Verwaltungsaufwand bedeuten kann.

Rechtsgrundlage für Mieterhöhungen 

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt in den Paragrafen 557 bis 561 alles rund um die Mieterhöhung. Dazu gehören einvernehmliche Mieterhöhungen wie bei Indexmiete oder Staffelmiete (§ 557), die Grundmietenerhöhung und die Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete sowie Vorgaben zur Kappungsgrenze (§ 558) und Modernisierungsmaßnahmen (§ 559).

Muss man einer Mieterhöhung zustimmen?

Ja, nach § 558b BGB muss der Mieter einer Mieterhöhung zustimmen, damit sie wirksam wird. Diese Zustimmung kann verweigert werden, wenn die Voraussetzungen für eine Mieterhöhung nicht gegeben sind. Der Mieter hat dann das Recht, weiterhin die bisherige Miete zu zahlen.

Wer überprüft eine Mieterhöhung?

Ist ein Mieterhöhungsverzicht vereinbart, kann der Vermieter prüfen, ob er die Zustimmung zur Erhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete verlangen kann. Ohne Zustimmung des Mieters ist eine solche Erhöhung rechtlich nicht durchsetzbar.

Fehler bei der Mieterhöhung 

Häufige Fehler seitens der Vermieter sind die falsche Anwendung des Mietspiegels, fehlerhafte Berechnungen oder das Missachten von Kündigungsfristen. Mieter sollten auf solche Unstimmigkeiten achten und gegebenenfalls rechtlich dagegen vorgehen.

Wie hoch darf die Mieterhöhung sein? 

Die Mieterhöhung muss die Kappungsgrenze einhalten, d.h., sie darf innerhalb von drei Jahren um maximal 20 Prozent, in einigen Regionen um 15 Prozent, steigen. Zudem muss sie sich an der ortsüblichen Vergleichsmiete orientieren. Wurde diese Kappungsgrenze erreicht, muss der Vermieter drei Jahre warten, bevor eine weitere Anpassung möglich ist. Modernisierungserhöhungen sind von dieser Regelung ausgenommen. Liegt die Miete über dem Mietspiegel, können Mieter ihre Zahlungen bei 120 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete deckeln und zu viel bezahlte Beträge zurückfordern.

Dokumentation und Nachweisführung 

Bei der Ankündigung einer Mieterhöhung ist es für Vermieter wichtig, alle relevanten Informationen und Berechnungen genau zu dokumentieren. Dies kann im Falle eines Widerspruchs oder einer gerichtlichen Auseinandersetzung als Beweismittel dienen. Mieter sollten ebenfalls alle Schriftstücke sorgfältig aufbewahren und ihre Einwände klar und belegt formulieren.Bestimmung der Vergleichsmiete 

Frist bei einer Mieterhöhung 

Nach Erhalt einer schriftlichen Mieterhöhung muss der Vermieter dem Mieter eine Überlegungsfrist einräumen, die 3 Monate bzw. bis zum Ende des übernächsten Monats beträgt. Innerhalb dieser Frist muss der Mieter der Mieterhöhung zustimmen oder Einspruch einlegen.

Vorgehen bei Nichtakzeptanz der Mieterhöhung 

Wenn die Mieterhöhung zulässig ist, hat der Mieter keine rechtliche Handhabe, sich dagegen zu wehren. Bei juristischen Bedenken kann er mit anwaltlicher Unterstützung Einspruch erheben, wobei auch eine außergerichtliche Einigung erwogen werden sollte.

Gründe für eine Mieterhöhung 

Gründe für eine Mieterhöhung sind die Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete, durchgeführte Modernisierungsmaßnahmen, sowie Vereinbarungen in einem Staffel- oder Indexmietvertrag.

Mieterhöhung nach Eigentümerwechsel 

Nach einem Eigentumswechsel sind Mieterhöhungen nur im Rahmen des BGB möglich. Der Grundsatz „Kauf bricht Miete nicht“ bedeutet, dass auch bei einem neuen Eigentümer die Rechte aus dem bestehenden Mietvertrag weiterhin gelten.

Ankündigungsfrist für Mieterhöhungen 

Vermieter müssen Fristen einhalten und die Mieterhöhung rechtzeitig ankündigen. Eine Erhöhung wird erst ab dem übernächsten Monat wirksam.

Ist eine Mieterhöhung per WhatsApp gültig?

Ja, eine Mieterhöhung kann auch über digitale Kommunikationswege wie E-Mail, SMS oder WhatsApp schriftlich mitgeteilt werden. Eine mündliche Ankündigung reicht jedoch nicht aus.

Kann man wegen Inflation die Miete erhöhen?

Inflation allein ist kein ausreichender Grund für eine Mieterhöhung. Zulässig ist eine Erhöhung, wenn sie der Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete dient oder eine Modernisierung bevorsteht.

Widerspruchsrecht der Mieter 

Mieter haben nach Erhalt einer Mieterhöhungsankündigung zwei Monate Zeit zu widersprechen. Bei einer begründeten Erhöhung nach dem BGB dürfen Mieter die Zustimmung jedoch nicht verweigern. Ein Schweigen der Mieter gilt nicht sofort als Zustimmung, allerdings wird das kontinuierliche Zahlen der erhöhten Miete als Einverständnis gewertet.

Sonderkündigungsrecht bei Mieterhöhungen 

Bei einer gerechtfertigten Mieterhöhung haben Mieter ein Sonderkündigungsrecht innerhalb der Zustimmungsfrist, welches bis zum Ablauf des übernächsten Monats gilt. ACHTUNG: Dies gilt jedoch nicht für Mietverträge mit einer Index- oder Staffelmiete.

Wann gilt die Kappungsgrenze nicht?

Die Kappungsgrenze findet keine Anwendung bei neu abgeschlossenen Mietverträgen und bei Mieterhöhungen, die auf Änderungen der Betriebskosten basieren.

Klagefrist des Vermieters 

Lehnen Mieter eine Mieterhöhung ab, können Vermieter innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der Überlegungsfrist Klage erheben.

Welche Rechte habe ich als langjähriger Mieter bei einer Kündigung?

Langjährige Mieter genießen keinen besonderen rechtlichen Schutz hinsichtlich Mieterhöhungen, außer den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen zum Mieterschutz.

Einbeziehung von Fachleuten 

Bei komplexen Fällen, insbesondere bei großen Wohnanlagen oder bei unklaren rechtlichen Rahmenbedingungen, ist die Hinzuziehung von Fachleuten wie Immobilienanwälten, Sachverständigen oder Mietrechtsberatern empfehlenswert. Sie können dabei helfen, Fehler zu vermeiden und eine solide Basis für die Mieterhöhung zu schaffen.

Grenzen und Härtefallregelungen 

Das Mietrecht sieht vor, dass in bestimmten Situationen eine Mieterhöhung unzumutbar sein kann, beispielsweise bei geringem Einkommen des Mieters oder in sozialen Härtefällen. Vermieter sollten diese Aspekte berücksichtigen, um einer sozialen Verantwortung gerecht zu werden und rechtliche Konflikte zu vermeiden.

Mieterverein und Rechtsschutz 

Mietervereine und Rechtsschutzversicherungen können Mieter unterstützen, wenn es um die Überprüfung und möglichen Widerspruch einer Mieterhöhung geht. Diese Organisationen bieten rechtliche Beratung und können bei der Formulierung von Widersprüchen oder der Vertretung vor Gericht helfen. Für Vermieter sind äquivalente Organisationen oder Rechtsanwälte empfehlenswert, um sicherzustellen, dass die Mieterhöhung korrekt und rechtskonform durchgeführt wird.