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Wohngeld 

Wohngeld ist eine finanzielle Unterstützung, die der Staat bereitstellt, um Bürgern mit geringem Einkommen zu helfen, ihre Wohnkosten zu tragen. Es wird sowohl als Mietzuschuss für Mieter als auch als Lastenzuschuss für Eigentümer angeboten. Das Ziel ist es, angemessenes und bezahlbares Wohnen zu ermöglichen und die finanzielle Belastung durch Mieten oder wohnungsbezogene Schulden zu verringern.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld? 

Anspruch auf Wohngeld haben Personen, deren Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt und die keine anderen Sozialleistungen erhalten, die Wohnkosten abdecken. Dazu zählen Arbeitslose, Geringverdiener, Rentner, Alleinerziehende und Studierende ohne BAföG-Anspruch. Sowohl Mieter als auch Eigentümer können Wohngeld beantragen.

Wie wird Wohngeld berechnet? 

Die Berechnung des Wohngelds basiert auf drei Hauptfaktoren: der Anzahl der Haushaltsmitglieder, dem Gesamteinkommen und der Höhe der Miete oder Belastung. Es gibt spezifische Wohngeldtabellen, die von den örtlichen Wohngeldstellen verwendet werden, um den genauen Zuschussbetrag zu ermitteln.

Welche Mietkosten sind relevant für den Wohngeldanspruch?

Für die Berechnung des Wohngeldanspruchs sind vor allem die Kosten der Kaltmiete ausschlaggebend. Zusätzlich werden bei Eigentümern die Kosten für den Kapitaldienst sowie die Bewirtschaftungskosten ohne Heizkosten einbezogen. Diese Regelung stellt sicher, dass sowohl Mieter als auch Eigentümer von Wohnraum unterstützt werden können.

Was hat sich mit dem Wohngeld-Plus-Gesetz geändert? 

Seit dem 1. Januar 2023 wurden mit dem Wohngeld-Plus-Gesetz erhebliche Verbesserungen eingeführt. Dazu zählen die Einbeziehung der Heizkosten in die Berechnung und eine signifikante Erhöhung der Wohngeldbeträge, um die durch hohe Energiepreise gestiegenen Wohnkosten besser abzufedern.

Welche weiteren Vergünstigungen gibt es für Wohngeldempfänger? 

Wohngeldempfänger können auch von anderen staatlichen Leistungen profitieren, wie dem Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder, Ermäßigungen bei kommunalen Einrichtungen und ggf. weiteren Unterstützungen je nach Bundesland und Kommune.

Wie und wo wird Wohngeld beantragt? 

Wohngeld muss bei der zuständigen Wohngeldbehörde der Gemeinde oder Stadt beantragt werden. Die Anträge können oft online heruntergeladen oder direkt bei den Behörden eingereicht werden. Es ist wichtig, alle erforderlichen Dokumente und Nachweise beizufügen, um Verzögerungen zu vermeiden.

Was sollte man bei der Antragstellung beachten? 

Bei der Beantragung von Wohngeld sollten Antragsteller sicherstellen, dass sie alle erforderlichen Informationen und Dokumente korrekt und vollständig einreichen. Dazu gehören Einkommensnachweise, Mietverträge und ggf. Nachweise über zusätzliche Belastungen wie Heizkosten. Unvollständige Anträge können zu Verzögerungen führen oder abgelehnt werden.

Wie wird Wohngeld konkret berechnet?

Die Berechnung des Wohngeldes folgt einer komplexen Formel, die unter anderem die Höhe der Miete oder Belastung, das Gesamteinkommen und die Anzahl der Haushaltsmitglieder berücksichtigt. Ein beispielhafter Berechnungsansatz könnte so aussehen: Das Wohngeld für einen 2-Personen-Haushalt mit einer monatlichen Miete von 600 Euro und einem Gesamteinkommen von 2.500 Euro könnte sich auf etwa 150 Euro belaufen.

Wie hoch darf die Miete sein, um Wohngeld zu beantragen?

Generell sollte die Miete 30 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens nicht überschreiten. Bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 2.333 Euro bedeutet dies, dass die Miete etwa 700 Euro betragen sollte. Diese Regel hilft sicherzustellen, dass die Wohnkosten in einem angemessenen Verhältnis zum Einkommen stehen.

Welche Vermögensgrenzen gelten beim Wohngeld?

Bei der Antragstellung für Wohngeld darf das verwertbare Vermögen des Antragstellers bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Das erste zu berücksichtigende Haushaltsmitglied darf bis zu 60.000 Euro Vermögen besitzen, jedes weitere Haushaltsmitglied bis zu 30.000 Euro. Diese Vermögensgrenzen sollen sicherstellen, dass das Wohngeld denjenigen zugutekommt, die es am meisten benötigen.

Wie wird Wohngeld berechnet: Kalt- oder Warmmiete?

Seit dem 1. Januar 2023 wird das Wohngeld auf Basis der Warmmiete berechnet. Dies bedeutet, dass neben den üblichen Kosten der Kaltmiete auch Ausgaben für Heizung und Warmwasser in die Berechnung des Wohngeldes einfließen. Diese Änderung stellt eine wichtige Anpassung dar, die darauf abzielt, die tatsächlichen Wohnkosten realistischer zu berücksichtigen.

Welche Mietkostenqualifikationen sind erforderlich, um Wohngeld zu erhalten?

Um für Wohngeld in Frage zu kommen, müssen bestimmte Kosten berücksichtigt werden. Für Mieter zählen dazu die Kosten der Warmmiete, die seit Januar 2023 auch die Kosten für Heizung und Warmwasser umfasst. Für Eigentümer sind die relevanten Kosten der Kapitaldienst (Zinsen und Tilgung) sowie die Bewirtschaftungskosten, die Instandhaltungs-, Betriebs- und Verwaltungskosten ohne Heizkosten einschließen.

Kann Wohngeld abgelehnt werden und aus welchen Gründen?

Wohngeld kann abgelehnt werden, wenn bei der Antragsstellung unrichtige Angaben gemacht wurden oder wenn der Antragsteller bereits andere Sozialleistungen erhält, die die Wohnkosten abdecken. Ebenso kann ein zu hohes Vermögen oder Einkommen zur Ablehnung führen.

Kann eine Rentenerhöhung das Wohngeld beeinflussen?

Ja, ab Sommer 2024 erhalten Rentner beispielsweise eine Rentenerhöhung von 4,57 Prozent. Diese Erhöhung spiegelt eine kontinuierliche Steigerung der Renten über die letzten Jahre wider, die stets über vier Prozent lag. Dies hat direkten Einfluss auf das verfügbare Einkommen der Rentner, was wiederum ihre Berechtigung und die Höhe des Wohngeldes beeinflussen kann, da das Gesamteinkommen eine wesentliche Rolle bei der Berechnung des Wohngeldanspruchs spielt.

Was versteht man unter Mindesteinkommen beim Wohngeld?

Das Mindesteinkommen ist der Einkommensbetrag, den ein Haushalt mindestens erzielen muss, um für Wohngeld in Frage zu kommen. Dieses Kriterium stellt sicher, dass das Wohngeld jenen Haushalten zugutekommt, die zwar über ein eigenes Einkommen verfügen, jedoch zusätzliche Unterstützung benötigen, um ihre Wohnkosten zu decken. Beispielsweise liegt die Einkommensgrenze für einen 1-Personen-Haushalt in Mietstufe I im Jahr 2024 bei etwa 1.400 Euro netto pro Monat.

Was sind Mietstufen?

Mietstufen sind Kategorien, die das regionale Mietniveau innerhalb Deutschlands widerspiegeln. Sie wurden eingeführt, um das Wohngeld an die lokalen Unterschiede der Mietkosten anzupassen. Diese Stufen reichen von 1, was die günstigsten Mietverhältnisse anzeigt, bis zu 7, was auf sehr hohe Mieten hinweist, wie sie häufig in Großstädten zu finden sind. Mietstufen sorgen für eine faire und gerechte Verteilung der staatlichen Zuschüsse. Da die Lebenshaltungskosten, insbesondere die Mieten, regional stark variieren können, würde eine einheitliche Wohngeldzahlung nicht den tatsächlichen Bedürfnissen der Bürger entsprechen. Die Mietstufen ermöglichen es, die Höhe des Wohngeldes individuell und bedarfsgerecht anzupassen.

  • Mietstufe 1 umfasst Gebiete mit den niedrigsten Mietkosten. Hier sind die Mieten signifikant unter dem Bundesdurchschnitt.
  • Mietstufe 2 bis 4 repräsentieren Gebiete mit steigenden Mietniveaus, wobei Mietstufe 4 nahe am Bundesdurchschnitt oder leicht darüber liegt.
  • Mietstufe 5 und 6 sind für Regionen mit überdurchschnittlich hohen Mieten, typischerweise in größeren Städten oder gefragten städtischen Gebieten.
  • Mietstufe 7 bezeichnet die höchsten Mietkosten und findet sich in den teuersten Wohngebieten, oft in Großstädten wie München oder Frankfurt.
 

Die Einteilung der Gemeinden und Kreise in diese Mietstufen wird durch die jeweiligen Landesregierungen vorgenommen und kann sich ändern, abhängig von der Entwicklung der Mietpreise. Das Wohngeldamt verwendet diese Stufungen, um den individuellen Wohngeldanspruch basierend auf der Wohnsituation und dem Einkommen der Antragsteller angemessen zu berechnen.

Wie finde ich heraus, welche Mietstufe für meinen Wohnort gilt?

Die Zuordnung zu einer Mietstufe ist spezifisch für jede Gemeinde und kann über die lokale Wohngeldstelle oder online über die offiziellen Portale der Bundesländer abgerufen werden. Diese Information ist essentiell, um den möglichen Wohngeldanspruch korrekt berechnen zu können.

Vergleich Mietstufe 1 mit Mietstufe 7

Betrachten wir zwei hypothetische Beispiele: Ein Single-Haushalt in einer Stadt der Mietstufe 1 und ein äquivalenter Haushalt in einer Stadt der Mietstufe 7. Nehmen wir an, der Haushalt im Gebiet der Mietstufe 1 hat eine Bruttokaltmiete von 350 Euro, während der Haushalt in der Mietstufe 7 eine vergleichbare Wohnung für 950 Euro mietet. Trotz ähnlicher Einkommensverhältnisse würde der Haushalt in der höheren Mietstufe ein deutlich höheres Wohngeld erhalten, um die ungleich höheren Wohnkosten zu kompensieren.

Beispiel einer Wohngeldtabelle für 2024 mit einer Miete von 600.- EUR

Für eine genaue Berechnung des Wohngeldes, besonders wenn Ihre Situation spezielle Umstände aufweist oder Sie in einer Region mit besonderen Mietverhältnissen leben, sollten Sie sich direkt an Ihre zuständige Wohngeldstelle wenden.

  • Einkommensgrenze: Dies ist der maximale Nettoeinkommensbetrag, den ein Haushalt verdienen darf, um für Wohngeld in Frage zu kommen.
  • Geschätztes Wohngeld: Der Betrag basiert auf einer angenommenen Miete von 600 Euro und kann je nach tatsächlichen Wohnkosten höher oder niedriger ausfallen.
 
Mietstufe Anzahl der Haushaltsmitglieder Einkommensgrenze (€) Geschätztes Wohngeld (€) für Miete 600 €
I 1 1.400 100
I 2 1.900 150
I 3 2.300 200