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Zweitwohnsitz

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Was ist ein Zweitwohnsitz?

Ein Zweitwohnsitz ist eine Wohnstätte, die eine Person neben ihrem Hauptwohnsitz nutzt. Dies kann aus verschiedenen Gründen erfolgen, wie etwa berufliches Pendeln, Studium oder Besitz einer Ferienwohnung. Im Steuerrecht wird der Hauptwohnsitz als „Mittelpunkt der Lebensinteressen“ definiert, während der Zweitwohnsitz diese Bedingung nicht erfüllt.

Wie definieren sich Haupt- und Zweitwohnsitz?

Der Hauptwohnsitz ist der Ort, an dem sich eine Person überwiegend aufhält und der den „Mittelpunkt der Lebensinteressen“ darstellt. Der Zweitwohnsitz hingegen ist eine zusätzliche Wohnstätte, die nicht den Lebensmittelpunkt bildet.

Muss man einen Zweitwohnsitz anmelden?

Ja, in Deutschland besteht Meldepflicht für jeden Haupt- und Zweitwohnsitz. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um eine gekaufte oder gemietete Wohnung handelt. Die Anmeldung erfolgt beim zuständigen Einwohnermeldeamt oder Bürgerbüro.

Kann man die Zweitwohnsitzsteuer steuerlich absetzen?

Unter bestimmten Bedingungen kann man die Kosten für einen Zweitwohnsitz steuerlich absetzen. Dies ist dann möglich, wenn der Zweitwohnsitz aus beruflichen Gründen genutzt wird und eine doppelte Haushaltsführung vorliegt. In diesem Fall können Arbeitnehmer die Kosten als Werbungskosten bei der Steuererklärung geltend machen.

Was sind die Vor- und Nachteile eines Zweitwohnsitzes?

Vorteile:

  • Erleichtertes Pendeln zwischen zwei Wohnorten.
  • Möglichkeit, offiziell an zwei verschiedenen Adressen zu leben.
  • Steuerliche Vorteile bei berufsbedingter Nutzung.
 

Nachteile:

  • Mögliche Zweitwohnsitzsteuer in einigen Städten und Gemeinden.
  • Zusätzliche Kosten wie Nebenkosten und Internetanschluss für die zweite Wohnung.
 

Wie viele Nebenwohnsitze darf man haben?

In Deutschland sind beliebig viele Nebenwohnsitze gestattet, solange sie korrekt angemeldet sind.

Was passiert, wenn die Zweitwohnung nicht angemeldet wird?

Die Nichtanmeldung einer Zweitwohnung kann als Straftat gewertet werden und zu einer Geldstrafe oder im schlimmsten Fall zu Freiheitsentzug führen. Zusätzlich kann Steuerhinterziehung vorliegen, falls in der Gemeinde des Zweitwohnsitzes eine Zweitwohnsitzsteuer anfällt.

Sind die Kosten für den Zweitwohnsitz steuerlich absetzbar?

Ja, die Kosten für einen berufsbedingten Zweitwohnsitz können als Werbungskosten abgesetzt werden. Dazu müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, wie die berufliche Notwendigkeit des Zweitwohnsitzes und die Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung durch das Finanzamt.

Die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes

Die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes muss bei den Meldebehörden der Städte und Gemeinden erfolgen, in denen die Zweitwohnung liegt. In der Regel sind dies die Bürgerbüros oder Einwohnermeldeämter.

Notwendige Unterlagen für die Anmeldung:

  • Ausgefülltes Anmeldeformular.
  • Personalausweis oder Reisepass aller anzumeldenden Personen.
  • Wohnungsgeberbestätigung bei Mietwohnungen oder eine Bestätigung des Eigentümers.
  • Zusätzliche Dokumente wie Heiratsurkunde, Scheidungsurteil oder Sterbeurkunde, falls zutreffend.

 

GUT ZU WISSEN:

Die Kosten für die Anmeldung einer Zweitwohnung variieren je nach Stadt oder Gemeinde. Während einige Kommunen keine Gebühren erheben, können andere eine geringe Aufwandsgebühr verlangen.

  • In vielen Ämtern ist das persönliche Erscheinen zur Anmeldung erforderlich, und es kann notwendig sein, einen Termin online zu buchen.
  • Eine Vertretung durch eine andere Person mit schriftlicher Vollmacht ist in den meisten Kommunen möglich.
 

Fallen bei einem Zweitwohnsitz Steuern an?

In vielen deutschen Städten und Gemeinden wird eine Zweitwohnsitzsteuer erhoben. Diese Steuer ist eine kommunale Aufwandsteuer, deren Höhe von der jeweiligen Kommune festgelegt wird. Sie beträgt in der Regel zwischen 5 und 15 Prozent der Jahresnettokaltmiete.

StädteZweitwohnsitzsteuer in Prozent der Jahreskaltmiete
Berlin15 %
Bremen12 %
Dortmund12 %
Dresden10 %
DüsseldorfKeine Steuer
Duisburg12 %
Essen10 %
Frankfurt am Main10 %
Hamburg8 %
Hannover10 %
Köln10 %
Leipzig16 %
München9 %
Nürnberg10 %
Stuttgart10 %

 

Kann man die Spekulationssteuer beim Zweitwohnsitz umgehen?

Die Spekulationssteuer fällt bei Immobilienverkäufen innerhalb einer Zehnjahresfrist an. Sie gilt jedoch nicht für Immobilien, die selbst genutzt wurden. Bei Zweitwohnsitzen, die selbst genutzt wurden, gilt diese steuerliche Begünstigung ebenfalls.

GEZ für den Zweitwohnsitz: Muss man doppelt zahlen?

Nein, wenn bereits für den Erstwohnsitz Rundfunkgebühren gezahlt werden, fällt nicht noch einmal GEZ für den Zweitwohnsitz an. Eine Befreiung muss jedoch über ein Online-Formular beantragt werden.

Ist ein Ferienhaus ein Zweitwohnsitz?

Ja, eine Ferienwohnung, die ausschließlich selbst genutzt wird, gilt als Zweitwohnsitz. In diesem Fall unterliegt sie der Zweitwohnsitzsteuer. Wird die Ferienwohnung jedoch nur vermietet, gilt sie nicht als Zweitwohnsitz.

Wann ist ein Zweitwohnsitz sinnvoll?

Die Nutzung eines Zweitwohnsitzes kann aus mehreren Gründen vorteilhaft sein. Für Berufspendler oder Studierende kann er den Alltag erleichtern und das Pendeln minimieren. Außerdem kann eine Anmeldung des Fahrzeugs am Zweitwohnsitz in manchen Fällen zu günstigeren Kfz-Versicherungstarifen führen.